festival.M ist ein experimentelles Konzertperformance-Festival, das musikalische Stile durch internationale Künstler:innen zum Thema „MINIMAL“ vereint. Mit experimentellen Konzertdesigns, Installationen und begleitenden Workshops sucht .M mehr lebendige Bühnenmomente und Begegnungen im klassischen Konzertsaal.

Alle Artists des Line-Up suchten im Vorfeld Anknüpfungspunkte zu ihrem Publikum: seit Mai 2025 erarbeiten sie in Form eines parallelen Community-Programms mit Non-Professionals individuelle Storytellings für Konzertperformances und binden sie kreativ und partizipativ in die Inhaltsgenerierung mit ein. Die Vision: ein gemeinschaftliches Festival, das künstlerisch und dramaturgisch für das „Minimal“ sensibilisiert und ein Mindset ermöglicht, welches „VIEL“ nicht braucht, sondern auskommt mit wenigen Mitteln: Klang, Geräusch, Präsenz, Begegnung.

An vier öffentlichen Festivaltagen geht die künstlerische Arbeit von Artists und Communities über die Bühne des TONALi SAAL (Hamburg) und der Villa Elisabeth (Berlin).

KONZERTE. PERFORMANCES.


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_o_ interpretiert den Konzertraum als Ausstellung neu und umgekehrt. Ausgehend von der postminimalistischen Ästhetik versteht die Performance Musiker als lebende Skulpturen, Instrumente als klingende Ready-made-Kunstobjekte und Musik als etwas, das sowohl den Raum als auch die Zeit komponiert. Anhaltende Töne, langgezogene Pausen und  vielschichtige Texturen schaffen einen Raum für Introspektion, Ruhe und tiefes Zuhören als Kontrast zu einem schnellen und überreizten Zustand des Seins. Cello, Flöte und Gitarre verweben sich mit Elektronik, die aus Aufnahmen entstanden ist, die gemeinsam mit Teilnehmern eines Workshops im HausDrei Altona gemacht wurden. Dazu gehören Feldaufnahmen aus der Umgebung, Foley-Aufnahmen mit gefundenen Objekten und Experimente mit Kontaktmikrofonen. Während der gesamten Performance bleibt die Tür offen. Das Publikum kann frei umherwandern, innehalten und so lange bleiben, wie es möchte – und so Teil des Raumes werden, den die Musik gestaltet.

Donnerstag 25.9. 18:00 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Mitwirkende
Kaspar Kuoppamäki. Komposition, Electronics 
Carmen Kleykens. Vidal, Cello
Florian Burdyl. Gitarre
Henrike Kathe. Flöte

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Kaspar Kuoppamäki ist ein*e finnisch-deutsche*r Komponist*in, Musikproduzent*in, Filmemacher*in und Medienkünstler*in. In deren interdisziplinären Praxis, die in Musik, Performance und bildender Kunst verwurzelt ist, beschäftigt sich Kaspar auf künstlerische Weise mit dem Phänomen des Genres und hinterfragt dabei die kulturellen Formationen, die populäre, experimentelle und Underground-Kunst- und Musikszenen voneinander trennen, während Kaspar deren unterschiedliche Eigenschaften in einen neuen Kontext stellt.
Im Jahr 2023 wurde Kaspar für deren Arbeit mit der Gruppe „This Machine!“ mit dem GigaHerz Experimental Pop Prize des Zentrums für Kunst und
Medien Karlsruhe (ZKM) ausgezeichnet. Kaspars Werke wurden
an Veranstaltungsorten und Festivals wie Rhiz und Echoraum in Wien,
Stromspiesser in Essen, Fringify in Hamburg aufgeführt und auf Festivals wie dem Pool International Dance Film Festival Berlin und Rollout in Macao gezeigt.
kasparkuoppamaki.com
https://www.instagram.com/kapppak/


Lift & Loop – Musik. Muskel. Minimal.
Wiederholung als künstlerisches und körperliches Prinzip steht im Zentrum von Lift & Loop, einem Konzertformat, in dem sich eine Cellistin und eine Fitnesstrainerin auf einer gemeinsamen Bühne begegnen und zwei Welten verbinden, die auf den ersten Blick nicht zueinander passen: Konzertsaal und Gym.
Das Programm umfasst Werke von Komponist*innen wie Kate Moore, Pauline Oliveros, Philipp Gras und Arturo Fuentes, ergänzt durch barocke und zeitgenössische Studien von Diego Ortiz und Sofia Gubaidulina. Mit Cello, Loopstation und Stimme entstehen klangliche Wiederholungsschleifen, in denen Zeit sich dehnt, Rhythmen sich verschieben – und Körper und Klang miteinander verschmelzen. Dabei trifft barocke Virtuosität auf physische Präsenz und moderne Körperpraxis.
Das Konzept spielt bewusst mit ästhetischen Gegensätzen: Sportbekleidung trifft Konzertaccessoire, Wiederholung wird zur Schnittstelle zwischen musikalischer Technik und körperlichem Training. Was Musiker*innen beim täglichen Üben tun – trainieren, disziplinieren, wiederholen – wird hier sichtbar und erfahrbar gemacht.
Lift & Loop ist eine klangliche Trainingssession, ein choreografierter Clash, eine Einladung zum Hinhören sowie Mitspüren, und richtet sich an ein Publikum, das offen ist für Grenzgänge zwischen Musik, Performance und Körperpraxis.

Donnerstag 25.9. 20:45 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Mitwirkende 
Stephanie Ko. Violine, Fitness Trainerin
Anne Keckeis. Cello, Konzept

„Ein Oktopus, der skifährt“ – so beschreibt Anne Keckeis ihr künstlerisches Wirken: kein Bein läuft ohne das andere. Lebendig, kontrastreich, emotional und ehrlich sind ihre Markenzeichen. Als Cellistin ist sie in sämtlichen musikalischen Feldern aktiv: Von großem Sinfonieorchester wie den Münchner Philharmonikern, bis zu HipHop bei HAMILTON. Ihr Herz hängt an der Kammermusik, insbesondere mit dem preisgekürten accio piano trio widmet sie sich der Klaviertrio-Literatur. Als Konzertdramaturgin und Mitgründerin des HIDALGO Kollektivs setzt sie einen Schwerpunkt auf alternative Konzertformate und interdisziplinäres Arbeiten. Seit 2024 ist sie Teil der TONALi Bühnenakademie sowie der concerto 21
Akademie.

Life is…
In unsere schnelllebigen Welt kann es eine Herausforderung sein, sich auf den Minimalismus zu konzentrieren und seine Bedeutung zu schätzen. Um dieses Nachdenken anzuregen, haben wir die Frage gestellt: Welche Geräusche bedeuten für Sie leben.
Diese einfache Frage prägte unser Thema. Während des Workshops erforschten die Teilnehmer ihre persönlichen Verbindungen zu den Klängen des Lebens und teilten ihre Entdeckungen mit. Zur Erweiterung dieses Themas luden wir andere Künstler*innen des Festivals ein, ihre eigenen Interpretationen beizusteuern und so den Klangteppich weiter zu bereichern.
Für dieses Konzert erhielten wir von den Workshop-Teilnehmern und anderen Künstler*innen des Festivals Aufnahmen von Klängen, die das Leben repräsentieren. Diese Beiträge kapseln die einzigartige Wahrnehmung jedes Einzelnen von den Klängen des Lebens ein. Die Kombination dieser aufgenommenen Klänge, minimaler musikalischer Kompositionen, Live-Instrumente und Videos schafft einen immersiven Raum, der das Leben aus der künstlerischen Perspektive der Komponistin und Cellistin Atena Eshtiaghi und der Künstlerin und Filmemacherin Farahnaz Sharifi zeigt.
Wir werden während der Aufführung eine minimale, ruhige und friedliche Atmosphäre schaffen und die Klänge des Lebens feiern, die wir oft überhört haben. Life is … und wir laden Sie ein, seine Essenz mit uns zu erleben.

Freitag 26.9. 18:00 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Mitwirkende
Atena Eshtiaghi. Komposition, Sound Designer
Atena Eshtiaghi. Cello, Bass Gheychak, Electronics
Farahnaz Sharifi. Video

Atena Eshtiaghi, ist eine iranische Komponistin, Multiinstrumentalistin und Musikproduzentin. Sie studierte klassische Musik und traditionelle persische Musik. Als Cellistin und Kontrabassistin trat sie seit 2007 mit angesehenen Orchestern auf, darunter das Teheraner Symphonieorchester und das Iranische Nationalorchester. Ihre Filmmusikkarriere begann 2021, als sie für gefeierte Filme wie „I’m Trying to Remember“ und „Endless Borders“ komponierte. Für ihre Arbeit in Farahnaz Sharifis preisgekröntem Dokumentarfilm „My Stolen Planet“ (2024) gewann sie den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis beim DOK.fest München. Als INTRO-Stipendiatin arbeitete Eshtiaghi im Bürgerhaus Wilhelmsburg in Deutschland. In Hamburg ist sie Mitbegründerin des „Ateneum Music Studio“ für ihre Musikproduktion. Eshtiaghi war auch künstlerische Leiterin des „Hastam Festivals“ (2024) im Bürgerhaus Wilhelmsburg, bei dem talentierte iranische Künstler aus Europa und Künstler anderer Nationalitäten auftraten. Das Festival wurde mit dem Helga Festival Award Germany ausgezeichnet. Eshtiaghi, Absolventin der Berlinale Talents (2025) und Mitglied der European Film Academy, gibt weiterhin weltweit Konzerte und stellt ihre Leidenschaft für die Komposition von Musik unter Beweis.
www.atenaeshtiaghi.com

.A donut is more than nuts on a dough.


Ein Donut. Ein Raum.
                     Mehr nicht. 
                                          Doch! 
                                                     Menschen.
                                                                         Und Musik. 
Ein Donut.
Verbindungselement. Von Menschen. Mit Musik.
In der Mitte offen. Ohne Anfang. Ohne Ende.
Ein Donut. In der Mitte von uns. 

Was noch?

PROGRAMM
J.P. Rameau. Gavotte, Les Teindres Plaintes
A. Eshtiaghi. Soaring wish
P. Glass. Glassworks Opening, Etude No.9
G. Ligeti. Musica ricercata, No. 1, 7, 10
D. Bucurescu. „A donut is more than nuts on a dough“
works for piano with electronics
u.w.

Ein unscheinbarer Donut. Vertrauter Alltagsgegenstand. Fast übersehbar…
Der Ausgangspunkt einer performativen Konzertsituation. In seinem stillen
Dasein verdichtet sich, was Minimal Music seit jeher anstößt: Reduktion,
Wiederholung, Ausdehnung. Der Donut: als Sinnbild einer Haltung.

Freitag 26.9. 20:45 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Sonnenfäden – Studies for Dance & Electronics
„Sonnenfäden“ ist ein 50-minütiger Zyklus aus fünf Miniaturen für Tanz und Elektronik. Ausgangspunkt sind mehr als zehn grafische Notationen aus meinem Minimal-Workshop an der Beruflichen Schule für Wirtschaft Eimsbüttel, entwickelt von rund zehn Jugendlichen (17–21) mit Migrationsgeschichte aus der Elfenbeinküste, Syrien, der Ukraine, Serbien und Indien. „Sonnenfäden“ meint die feinen Linien im Sommerlicht – und zugleich die Lebenslinien der Migration, auch meine eigene aus China: Wege, die Orte, Sprachen und Erinnerungen verbinden. Aus Punkten, Linien und Flächen entstehen klare Regelsets (Wiederholung, Reduktion, Verschiebung, Atem), die live Tanz und Klang steuern. Stimmen und Alltagsgeräusche der Jugendlichen werden zu Rohmaterial für Granular- und Filtersynthesen sowie räumliche Faltungen. Die Tänzerin Sara Ezzell übersetzt die grafischen Impulse in Körpermuster zwischen Stillstand und Puls; Pausen, Schatten und Hitze prägen eine sommerliche Zeitdehnung. Vorbereitende Workshops in den Institutionen vermitteln die Regeln; ausgewählte Partituren fließen direkt in die Aufführung ein. Minimal heißt hier: maximal aufmerksam – für Material, Raum und die Vielstimmigkeit einer diversen Gegenwart.

Samstag 27.9. 15:30 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Mitwirkende
Xiao Fu. Komposition, Live-Elektronik, Video/Projection
Sara Ezzell. Tanz/Performance
Teilnehmende des Minimal-Workshops an der Beruflichen Schule für Wirtschaft Eimsbütte  – Grafische Partituren & Audio-Material (Mitwirkung, nicht live auf der Bühne)

Xiao Fu ist Multimedia-Komponistin, Klang- und Videokünstlerin in Hamburg. Sie studierte und promovierte in Komposition an der HfMT Hamburg. 2025 war sie als Visiting Scholar am CCRMA/Stanford University und forschte zu KI-gestützter Komposition, vibrotaktilen Feedbacksystemen und performativen Notationsformen. In ihrer akustischen und elektronischen Praxis arbeitet sie mit Gestensteuerung, Live-Elektronik und interaktiven Bühnensystemen; ein Schwerpunkt liegt auf Zugänglichkeit und Kollaborationen mit gehörlosen Performer*innen. Ihre Werke für Solo und Kammerensemble mit Live-Elektronik wurden u. a. bei den Hamburger Klangwerktagen, dem next_generation Festival (ZKM Karlsruhe), EMW 2013 (Shanghai), ICMC 2014 (Athen), NYCEMF 2016/17 sowie im National Sawdust (New York), TENOR 2022 (Marseille) und ICMC 2025 (Boston) präsentiert. 2017 komponierte und produzierte sie die Musik zum Tanztheater „enactment::interchange – an interactive dance theatre“.

OOO
In dieser 40-minütigen experimentellen Begegnung sind die Besucher*innen eingeladen,
sich gemeinsam im Kreis zu bewegen – langsam, achtsam und ohne Ziel. Der leere Raum wird zum Resonanzkörper für sanfte Synthesizerflächen, zarte Stimmen und feine akustische Klänge. Die Musik umhüllt die Bewegung, trägt sie und öffnet einen Raum für gemeinsames Innehalten. Es ist eine Einladung zum bewussten Entschleunigen und zum kollektiven Erleben von Präsenz, Bewegung und Klang.

Samstag 27.9. 18:30 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Mitwirkende
Carlos Andrés Rico. Konzept, Komponist, Performer
Morín González. Performer
Elena Victoria Pastor. Performerin

Carlos Andrés Rico ist unter dem Künstlernamen “Rico Danta” als Produzent und Performer tätig. Seine Kompositionen verbindet elektronische Klänge mit populärer Musik aus Lateinamerika und der Globaler Süden. Seine Interesse an der Erforschung der Musik in ihrer Beziehung zur Gesellschaft spiegelt sich in einer Doktorarbeit zur künstlerischen Forschung (Dr.Sc.Mus.).
https://carlosandresrico.com/

Form & Freiheit – Eine Reise von Klassik zu Minimal
In „Form & Freiheit“ begeben wir uns auf eine musikalische Reise von der strukturierten Welt der klassischen Liedkunst bis hin zur atmosphärischen Reduktion des Minimalismus. Der erste Teil des Konzerts widmet sich ausgewählten Liedern von Schubert und Schumann  poetische Miniaturen, die durch Stimme und Klavier eine emotionale Tiefe entfalten.
Im zweiten Teil verlassen wir die vertrauten Pfade: Meine eigenen Kompositionen inspiriert von einem Workshop mit Schüler*innen einer Oberschule  öffnen Klangräume, in denen Freiheit, Stille und Struktur auf neue Weise verhandelt werden. Die Jugendlichen brachten Ideen wie den „Klang der Wüste“ oder die Vorstellung von nächtlichen Wanderern ein Bilder, die ich in minimalistische Klanglandschaften übersetzt habe.
„Form & Freiheit“ ist ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Formstrenge und klanglicher Offenheit eine Einladung, Musik neu zu hören und zu erleben.

Samstag 27.9. 20:30 Uhr, TONALi Saal
Im Anschluss an das Konzert findet ein Artist Talk statt. Tickets

Mitwirkende
Hussain Atfah. Vocal, Oud, Komposition 
Daniel Bucuresscu. Klavier 
Basilius Alawasd. Cello 
Angela Boutros. Klavier


Hussain Atfah
ist ein syrischer Tenor, dessen musikalischer Weg die spirituelle Tiefe arabischer Tradition mit der Raffinesse europäischer Klassik verbindet. Geprägt von Sufi-Gesang und Koranrezitation, lernte er früh Oud, studierte Musikpädagogik und klassischen Gesang in Homs (Abschluss 2013), vertiefte sich in Damaskus weiter und kam 2016 nach Deutschland. In Lübeck absolvierte er sein Gesangsstudium mit Auszeichnung (BA & MA), ergänzt durch Klavier. Atfah brilliert in der Verbindung arabischer Ausdruckskraft mit westlicher Technik und trat u.a. in der Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie Berlin, Beethoven-Halle Stuttgart, Theater Malmö, Bonn u.v.m. auf. Er arbeitet u.a. mit Lucidarium, Asambura und dem Ornina Syrian Orchestra und entwickelt ein künstlerisches Profil zwischen Tradition und zeitgenössischem Ausdruck.

https://www.thebima.de/hussain-atfah

SAVE THE DATE

Das festival.M kommt in verkleinerten Form nach Berlin. Am Sa. 18.10. ab 15 Uhr werden 4 Konzerte aus dem Festivalprogramm in der Villa Elisabeth zu erleben sein. 
Alle weiteren Informationen findet ihr hier.

TICKETS & ORTE